CAPRICORN on mercury
Gero von Werden (Gesang, Gitarre)
StatementWenn ich in der letzten Zeit die Reaktionen meiner Gegenüber beobachtete, nachdem ich ihnen die Neuigkeiten unseres bevorstehenden Endes überbrachte, erinnerte sie mich in fast allen Fällen an die doch so unangebrachten (aber sicherlich nett gemeinten) Äußerungen, die man sich nach einer Trennung von seinem Partner anhören muss.
„Ihr habt aber doch so gut zusammen gepasst!“, „Glaubt ihr nicht, dass ihr es nicht nochmal versuchen solltet?“, „Vielleicht braucht ihr einfach ein wenig Abstand!“ kennen wir alle nur zu gut. Aber ich erzähl euch wahrscheinlich nichts Neues, wenn ich sagen muss, dass Außenstehende, selbst die besten Freunde, nicht wirklich wissen,  wie es um die Probleme und Schwierigkeiten in einer Beziehung steht.
So auch bei Capricorn. Selbst bei den letzten Konzerten, als die Entscheidung schon gefallen war, immer bemüht, auf der Bühne wie eine starke Einheit aufzutreten, hatten wir unseren Traum schon lange aufgegeben.
Diese recht platt wirkenden Vergleiche zu Beziehungen machen aber durchaus einen Sinn, hatte ich schließlich in Capricorn eine sehr lange Zeit die Liebe meines Lebens, Halt und Schutz vor allem Anderen gesehen. Meine, eher unsere kleine Welt.
Jetzt, wo es so gut wie vorbei ist, steht man da und denkt. Was genau, weiß ich nicht. Man denkt und versucht sich zu sortieren. Ihr kennt das...
Warum, wieso, weshalb musste es zu ende gehen? Warum so? Finde ich eine Neue? Wird sie mich lieben? Werde ich mit ihr die schönste Zeit meines Lebens verbringen? (So, wie ich die vergangene Zeit fälschlicherweise nannte, ich Idiot) Oder werde ich zu ihr zurückkehren? ... Vielleicht! Man soll ja nie „Nie“ sagen. Aber - was weitaus wichtiger ist – auch nie „Auf jeden Fall“.

Vielen Dank für alles!
Von ganzem Herzen,

Gero